FußballPressemitteilung

„Treten die Tür am Montag ein“: Würzburg jubelt über Hinspielsieg, Leipzig droht nächstes Aufstiegs-Trauma – Forderung nach Regionalliga-Reform: „Sind so nah wie noch nie an einer Lösung“

„Treten die Tür am Montag ein“: Würzburg jubelt über Hinspielsieg, Leipzig droht nächstes Aufstiegs-Trauma – Forderung nach Regionalliga-Reform: „Sind so nah wie noch nie an einer Lösung“
· © MagentaSport

Würzburg feiert Hinspiel-Sieg in Leipzig dank „Rollentausch-Tor“ von Omore auf Vorlage von Bonga! Die Würzburger Kickers gewinnen das erste Aufstiegsspiel zur 3. Liga bei Lok Leipzig mit 1:0. Liam Omore köpft 5 Minuten nach Wiederanpfiff zum 1:0-Sieg ein und freute sich: „Das ist schön, dass ich ihn einköpfen konnte. Heute haben wir ein bisschen getauscht. Normalerweise flanke ich auf Tarsis [Bonga, Bruder von Basketball-Welt- und Europameister Isaac Bonga, Anm.d.Red.]. Heute hat es auch mal andersrum geklappt. Das ist schön!“ Für das Rückspiel ist der Rechtsverteidiger besonders motiviert: „Die Tür ist offen, wir treten sie am Montag bei uns ein.“ Sein Trainer Michael Schiele hadert jedoch mit der Chancenverwertung in einer dominanten zweiten Hälfte: „Da waren schon ein paar Großchancen drin. Das ärgert mich ein bisschen, dass wir nicht das Zweite oder das Dritte gemacht haben.“

Bei den Leipzigern überwiegt einerseits der Frust, wie bei Djamal Ziane: „Mit der 1. Halbzeit können wir vollkommen zufrieden sein, mit der zweiten gar nicht! Nach dem Tor haben wir den Faden verloren, so ehrlich muss man sein.“ Auf der anderen Seite aber auch die Hoffnung, nach den Niederlagen 2020 und 2025 zumindest zukünftig als Meister der Regionalliga Nordost nicht mehr die Runde durch die Meisterplayoffs drehen zu müssen. Sportgeschäftsführer Toni Wachsmuth: „Ich glaube, dass wir so nah wie jetzt noch nie an einer Lösung waren. Die Jahre sind gezählt, dass wir eine Meisterrelegation spielen. Es ist einfach für beide Mannschaften ungerecht. Es ist für beide Mannschaften so, dass sich die ganze Saison in zwei Spielen entscheidet. Das kann einfach nicht im Sinne der Sache sein!“ Die Lösung soll das sogenannte „Kompassmodell“ sein, in dem in dann nur noch vier Regionalliga-Staffeln eine KI die 80 qualifizierten Klubs anhand geografischer Gesichtspunkte einteilt. Primär steht im Vordergrund, Reisebelastung und Fahrtwege bestmöglich zu minimieren. Am Ende stünden dann auch die vier Meister als Aufsteiger in die 3. Liga fest.

Nachfolgend die wichtigsten Clips und Stimmen vom Hinspiel der Aufstiegsspiele zur 3. Liga zwischen dem 1. FC Lokomotive Leipzig und den Würzburger Kickers. Bei Verwendung bitte die Quelle MagentaSport angeben. Am kommenden Montag, 1. Juni, steht ab 18.15 Uhr das Rückspiel in Würzburg auf dem Programm – ebenfalls live bei MagentaSport.

Vorteil Würzburg nach dem Hinspiel um das letzte Aufstiegs-Ticket in die 3. Liga. Liam Omore erzielte per Flugkopfball in Minute 50 den entscheidenden Treffer. Bitter für Lok Leipzig, denen – nach 2020 (2:2 und 1:1 gegen Verl) sowie 2025 (1:1 und 0:3 n.V. gegen Havelse) – zum dritten Mal in diesem Jahrzehnt der Knockout in den Aufstiegsspielen droht. Am Montag fällt in Würzburg die Entscheidung.

Jochen Seitz, Trainer Lok Leipzig: „Ich glaube, dass Würzburg aktiver war. Sie haben mehr Zweikämpfe im Mittelfeld gewonnen, sodass sie in ihr Umschaltspiel gekommen sind. Mit Ball haben wir es ganz gut verteidigt. Aber in den Umschaltaktionen waren sie griffiger und auch den Tick schneller als wir. Da müssen wir extrem aufpassen. Da hat man in der ein oder anderen Situation das notwendige Quäntchen Glück.“

… welches Gefühl bei ihm überwiegt: „Wir hadern mit der Leistung überhaupt nicht! Wir haben alles versucht, wir haben alles in die Waagschale reingeworfen. Wir hatten nicht die Durchschlagskraft nach vorne, auch aufgrund der Verletztensituation. Da fehlen dann auch zu viele Spieler. Wir hatten dann auch nichts mehr so richtig zum Nachlegen. Trotzdem hat die Mannschaft alles versucht. Das werden wir in Würzburg genauso tun. Dann schauen wir, was in Würzburg möglich ist.“

… über die Rückkehrer fürs Rückspiel, darunter Laurin von Piechowski: „Von Piechowski ist vielleicht nur Alternative. Er ist natürlich eher in der Abwehr zu finden. Trotzdem werden wir alles mobilisieren und in die Waagschale werfen. Aber wir wissen natürlich auch, dass Würzburg vorne durchschlagskräftiger war als wir. Deswegen haben sie auch verdientermaßen 1:0 gewonnen.“

Link zum Interview: clipro.tv/player?publishJobID=T2h1R0prOWRyZjNKWDY4MitQMitEeXhad0dUNjRQV05VZ0h1cmFOVERzYz0=

Michael Schiele, Trainer Würzburg: „Da waren schon ein paar Großchancen drin. Das ärgert mich ein bisschen, dass wir nicht das Zweite oder das Dritte gemacht haben. Aber so ist es. Das ist normal. Vielleicht ist es auch ganz gut: Da müssen nämlich die Antennen draußen sein, als wenn du eine 2:0 oder 3:0-Führung mitgenommen hättest. Dann nimmst du es vielleicht auch zu locker. Wir wissen, dass wir im Heimspiel genauso spielen müssen, genauso aktiv spielen müssen, um da mindestens mit einem Unentschieden oder als Sieger vom Platz zu gehen.“

… ob er es als Vorteil sieht, das letzte Spiel zuhause zu spielen: „Jetzt nach dem Auftakt ist es schön, mit dem 1:0 im Rücken zuhause zu spielen. Trotzdem gehen wir da rein, wir haben ein 0:0. Wir wollen das Spiel zuhause gewinnen. Zuhause im vollen ‚Dalle‘, das kann auch was entfachen. Da sind dann keine 10.000 Leipziger da, sondern 1.000, 1.500, je nachdem. Dann ist es für uns auch schön. Aber wir müssen erstmal unsere PS auf die Straße bringen. Wir müssen uns gut erholen. Aber ich bin sehr positiv.“

Link zum Interview: clipro.tv/player?publishJobID=UXZWaFJDUWVGemJHSmMrQWlKY09wVldFaXMrTUJUSm1jRko2SHJHc0srRT0=

Djamal Ziane, Spieler Leipzig: „Schwierig, so kurz nach dem Spiel. In der 1. Halbzeit waren wir sehr gut drin. Das war ein offener Schlagabtausch. Das war so ein 50:50-Ding. Wir hatten ein paar gute Umschalter, sie hatten ein paar gute Umschalter. Das war kein schönes Spiel für den Außenstehenden. Beide haben sehr einfach gespielt. Beide hatten ihre kleinen Möglichkeiten. Da waren wir richtig gut drin. In der 2. Halbzeit bricht uns das Tor so ein bisschen das Genick. Wir waren nicht mehr so drin, kommen nicht mehr in die Zweikämpfe. Dann müssen wir sogar froh sein, dass sie nicht noch das Zweite machen, weil wir dann ein bisschen zu offen sind. Der Trainer hatte uns eigentlich gewarnt, dass wir trotzdem kontrolliert weiterspielen müssen. Aber so ehrlich muss man sein, wir haben dann nicht mehr richtig ins Spiel gefunden. Das war dann zu ideenlos. Ich glaube auch nicht, dass Würzburg eine feine Klinge gespielt hat. Aber sie hatten mehr Effektivität mit ihren langen Bällen und sind zwei, drei Mal durchgekommen. Mit der 1. Halbzeit können wir vollkommen zufrieden sein, mit der 2. gar nicht. Nach dem Tor haben wir den Faden verloren, so ehrlich muss man sein.“

… zu seiner womöglich dritten verlorenen Aufstiegsrelegation: „Was soll ich sagen? Ich habe oft genug über die Spiele geredet. Jetzt liegt erstmal der volle Fokus auf dem Rückspiel. Es ist noch nichts verloren. Es ist jetzt gerade Halbzeit. Da müssen wir alles reinbrettern. Wir sind in unserer Liga die auswärtsstärkste Mannschaft gewesen. Das müssen wir dort zeigen und alles auf Sieg spielen. Natürlich ist es vom Gefühl jetzt gerade schwierig. Aber darüber dürfen wir jetzt nicht nachdenken. Brust raus, Kopf hoch! Wir haben jetzt ein paar Tage: Regenerieren, ordentlich vorbereiten, das jetzt auswerten und dann neu drauf vorbereiten. Dann müssen wir dort eine Reaktion auf die 2. Halbzeit zeigen. Mit der können wir überhaupt nicht zufrieden sein.“

Link zum Interview: clipro.tv/player?publishJobID=NkpuSE8rWVIvdlFQam5BS3RoQzVOTWd1d0hKb3BjalZrWXVvTHRad2VmVT0=

Liam Omore, Würzburger Siegtorschütze: „Natürlich war es extrem schön, mit den Fans im Rücken. Das hat sich gut angefühlt.“

… über die 2. Halbzeit: „In der 2. Halbzeit waren wir auf jeden Fall am Drücker. Wenn wir klarer sind, in den Chancen, die wir dann noch haben, geht vielleicht sogar noch mehr. Aber wir machen weiter.“

… über sein Tor: „Das ist schön, dass ich ihn einköpfen konnte. Heute haben wir ein bisschen getauscht. Normalerweise flanke ich auf Tarsis [Bonga, Anm.d.Red]. Heute hat es auch mal andersrum geklappt. Das ist schön!“

… über das Rückspiel: „Ich bin absolut zuversichtlich. Die Tür ist offen, wir treten sie am Montag bei uns ein!“

Link zum Interview: clipro.tv/player?publishJobID=S1RMUjYyekk1Ky9KWlVJV0UvczR2dDJvMGx1N2lWeXFsc2hhanZZV29HOD0=

Sebastian Neumann, Sportdirektor Würzburg, in der Halbzeitpause, darüber, wie schwierig die Vereinsplanungen angesichts der Aufstiegsspiele bzw. der Aufstiegsregelung sind: „Wir [er und Toni Wachsmuth, Leipzigs Sportgeschäftsführer, Anm.d.Red.] haben uns im Vorfeld schon lange unterhalten, haben uns ein bisschen ausgetaucht, wie sie es machen. Es ist schwierig, weil wir nicht wissen, in welche Liga wir gehen. Natürlich schauen auch Spieler und warten ab, was bei uns passiert. Deswegen ist es gerade extrem schwer!“

… zur Regionalliga-Reform: „Ich hoffe es [dass es bald eine Lösung gibt]! Ich hoffe es wirklich, dass wir hier nicht mehr mit diesen Spielen stehen müssen. Ich hoffe, dass jeder bereit ist, einen Schritt aufeinander zuzugehen. Auch unser Verband muss sich da öffnen und bereit sein. Ich hoffe, dass es bald eine Lösung gibt. Ich bin optimistisch!“

Toni Wachsmuth, Sportgeschäftsführer Leipzig, über die Planungen für die nächsten Monate: „Bei uns ist es genauso. Gefühlt wird alles ein bisschen durch die WM verzögert. Alles geht ein bisschen später los in den höheren Ligen. Das merkt man einfach. Da ist noch ein bisschen die Ruhe vor dem Sturm. Das wird erst im Juni richtig losgehen. Von daher sind wir nicht entspannt, das wäre der falsche Ausdruck. Aber wir wissen, dass die Hauptmonate für Transfers wahrscheinlich Juni, Juli, vielleicht sogar der August sein werden.“

… zur Aufstiegsregelung zur 3. Liga: „Ich glaube, wir haben viel investiert, auch die Initiative der Aufstiegsreform. Die Arbeitsgruppe hat sehr viel investiert und meiner Meinung nach eine richtig gute Arbeit gemacht, vor allem eine lösungsorientierte Arbeit. Und ich hoffe einfach, dass die abgeschlossen wird, weil das sonst wieder verpufft und im Sande verläuft. Das wäre sehr, sehr schade drum, weil ich glaube, dass wir so nah wie jetzt noch nie an einer Lösung waren. Die Jahre sind gezählt, dass wir eine Meisterrelegation spielen. Es ist einfach für beide Mannschaften ungerecht! Es ist für beide Mannschaften so, dass sich die ganze Saison in zwei Spielen entscheidet. Das kann einfach nicht im Sinne der Sache sein! Deswegen hoffe ich auf ein Einlenken. Ich hoffe vor allem auch, dass die eigenen Egos ein Stück hinten angestellt werden und dass – warum auch alle im Sport angefangen haben – der sportliche Gedanke im Vordergrund steht.“

Link zum Doppelinterview: clipro.tv/player?publishJobID=N2hQM0xaS1dYc0Z1U0xlWVlVbFA0VDRkSXNZSmw2M3BtNG5Ed3dhbmt3dz0=

ab 18.15 Uhr: Würzburger Kickers – 1. FC Lokomotive Leipzig (Rückspiel)

Quelle: MagentaSport / Jörg Krause, thinXpool TV GmbH · SPPOriginalmeldung ↗
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