„G73F+RH Berlin“ - der Plus-Code von Google Maps markiert den Hotspot des Glücks. Vom Berliner Sommergarten ziehen seismografische Wellen der Sympathie vom Messegelände rund um den Globus. Weltweit dürfte hier derzeit die höchste Ausschüttung der Glückshormone zu messen sein.
Jubelsprünge, Freudentränen, ergriffene Angehörige und ekstatisch tanzende Teams in bunten Kostümen – die Emotionen brauchen ein Ventil. Rund 1.250 Mal bei den Special Olympics World Games in Berlin 2023. „Das ist Gänsehaut pur“, wie Reynaldo Montoya vom Organisationskomitee so treffend und prägnant formuliert. Die Zeremonie der Siegerehrungen ist eines der Kernelemente der Spiele, gehört zur Philosophie. Alle Athlet*innen erleben diesen einzigartigen Moment – erhalten Schleifen gemäß ihrer Platzierung, die Disqualifizierten eine Teilnehmerschleife und die Top Drei eben das begehrte Edelmetall.
Das Ganze getreu dem Schwur der Athlet*innen: Ich will gewinnen, doch wenn ich nicht gewinnen kann, so will ich mutig mein Bestes geben! Danach sind es zwar keine 15 Minuten Ruhm, wie Andy Warhol einst postulierte, aber die Aufmerksamkeit ist den Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen für einen kurzen Moment gewiss. Die berührenden Bilder des Badens im Glück gehen um die Welt.
„Hier ist eine einmalige, tolle Atmosphäre“, sagte Katarina Witt, die sich als zweimalige Eiskunstlauf-Olympiasiegerin gute in die Athlet*innen hineinversetzen kann. Bei Ihrer Stippvisite am Donnerstag gab sie den Judoka die Ehre. In der Hauptstadt spielen sich ähnliche Szenen der Glückseligkeit wie im Herzen des Messegeländes auch nach den Wettbewerben im Olympiapark, Grünau und am Neptunbrunnen ab. Zufall oder himmlischer Beistand - selbst an den wenigen zunächst trüben Tagen hatte Petrus pünktlich zur den Siegerehrungen der Athlet*innen ein Einsehen. Auch am Freitag, der mit landesweiten Unwettern begann.
Die einzigartige Atmosphäre tut der Seele gut. Zur Verkürzung der Wartezeit und zur Einstimmung auf die fröhlichen Momente am Nachmittag trägt die Evangelische Kirche mit Mitmachangeboten im Sommergarten bei. Dabei geht es betont locker und spaßig zu. Barrieren abbauen, in Köpfen und Strukturen. „Wenn wir jetzt aber immer wieder betonen, dass Inklusion dazugehört, dann bekommt es auch wieder einen Touch“, sagt Christian Stäblein dem Inklusiv-Reporter von Radio Paradiso. Ein Plädoyer des Bischofs der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz für mehr Selbstverständlichkeit im Umgang mit Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen.









