Lothar Matthäus schreibt in seiner Kolumne über die Zukunft von Mats Hummels, Florian Wirtz' Auszeichnung zum Fußballer des Jahres und die Transferpolitik des FC Bayern
Der Sky Sport Experte widerspricht Max Eberl in der Causa Nick Woltemade. Für den Nationalspieler würde er ähnlich viel bezahlen wie für Luis Diaz.
Ich fand es eine schöne Geste, dass Mats Hummels am Sonntag noch einmal für Borussia Dortmund vor der Südkurve auflaufen konnte. Deutscher Meister, Pokalsieger, Weltmeister - er hat alles erreicht. Mats ist ein verdienstvoller Spieler und ein Vorbild für viele Jungs.
Es ist immer schön, wenn man seine Erfahrung weitergeben kann, aber jetzt konzentriert er sich erst einmal auf seinen Sohn, seine Freizeit und seinen Job als TV-Experte.
Ob seine Zukunft hinter einem Schreibtisch oder auf der Trainerbank liegt, diese Entscheidung muss mit der Zeit wachsen. Wenn er in den Fußball zurück will, wird es wahrscheinlich in den nächsten ein, zwei Jahren sein. Eine längere Auszeit würde ich ihm nicht raten, weil sich der Fußball sehr schnell verändert. Es ist etwas anderes, ob du Fußballspiele als TV-Experte beobachtest und analysierst oder ob du als Verantwortlicher auf dem Platz stehst. In welcher Funktion es auch sein mag.
Mein Glückwunsch geht an Florian Wirtz. Er hat sich die Auszeichnung zum Fußballer des Jahres verdient und nicht nur guten Sport, sondern auch großen Unterhaltungswert geliefert.
In England stellt er sich nun einer neuen Herausforderung. Florian hat alles, was ein Fußballer braucht, um weitere Titel zu gewinnen. Wie schwierig es wird, hat man schon im Community Shield gegen Crystal Palace gesehen, als Liverpool nach einer Führung noch überraschend im Elfmeterschießen verloren hat.
Dritter bei der Wahl zum Fußballer des Jahres ist Nick Woltemade geworden.
Max Eberl hat zwar in der vergangenen Woche gesagt, das Thema Woltemade sei vom Tisch, aber ich könnte mir vorstellen, dass dieses Thema noch nicht beendet ist. Wenn Bayern einen Spieler in der Größenordnung von Kingsley Coman abgibt, muss man sich mit Woltemade beschäftigen.
Wenn auf der einen Seite etwas passiert, dann passiert auch auf der anderen Seite etwas. Wenn man Coman abgibt, wären Einnahmen da, die ganz sicher genutzt werden, um Spieler zu holen, die man gerne in München sehen würde.
Natürlich sagt man, dass man sich nicht unter Druck setzen lässt, aber andererseits hat man auch eine Verpflichtung gegenüber Woltemade, der sich klar und deutlich zum FC Bayern bekannt hat.
Bayern möchte das Gesicht nicht verlieren, aber wenn die 55 Millionen, die geboten wurden, das Ende der Fahnenstange sein sollen, dann muss sich Woltemade fragen: Warum zahlen sie für mich nicht 65 Millionen Ablöse, wenn sie für Luis Diaz sogar 75 Millionen bezahlt haben?
Ich würde sagen: Wenn man für den einen Spieler 75 Millionen ausgibt, kann man für den anderen, der fünf Jahre jünger und deutscher Nationalspieler ist, ähnlich viel ausgeben.
Wenn München mit einer Ablösesumme kommt, die den VfB Stuttgart zufriedenstellt, dann ist Woltemade in der kommenden Saison beim FC Bayern.













