TennisPressemitteilung

Der amerikanische Traum: Shelton, Fritz und Tiafoe bei den TERRA WORTMANN OPEN auf den Spuren von Andre Agassi und Jimmy Connors

Der amerikanische Traum: Shelton, Fritz und Tiafoe bei den TERRA WORTMANN OPEN auf den Spuren von Andre Agassi und Jimmy Connors
· © TERRA WORTMANN OPEN/Breakpoint Images

Die amerikanische Flagge ist bei den 33. TERRA WORTMANN OPEN unübersehbar. Fünf Profis im Hauptfeld stammen aus den Vereinigten Staaten – so viele wie aus keiner anderen Nation. Und vier davon dürfen sich noch Hoffnungen machen, als erster US Amerikaner seit 31 Jahren den Siegerpokal in der heristo-arena in die Höhe zu stemmen.

Schon der Geburtshelfer des ATP-Tennisturniers in Halle/Westfalen war ein Amerikaner: Im Dezember 1992 gab Andre Agassi als amtierender Wimbledon-Sieger Gerhard und Ralf Weber in einem Münchner Hotel per Handschlag seine Zusage für die ATP-Premiere. Zunächst hatten die Webers ihm 400.000 Mark Antrittsprämie geboten, für weitere 100.000 Mark kam die Einigung schließlich zustande. Sieben Monate später schied der Amerikaner zwar in der ersten Runde gegen Carl-Uwe Steeb aus. Weil ihm jedoch die Kleinstadt, die umliegenden Wasserschlösser und die hervorragenden Trainingsbedingungen gefielen, blieb er die gesamte Turnierwoche vor Ort und wurde so zum ersten sowie wohl zugleich bedeutendsten Werbebotschafter der Veranstaltung. 1995 sorgte dann sein Landsmann Jimmy Connors für Furore, als er das Viertelfinale erreichte. Am erfolgreichsten war aus US-amerikanischer Sicht Mardy Fish, der 2004 bis ins Finale kam und nur von Roger Federer gestoppt werden konnte.

Im Jahr 2026 sind die US-Amerikaner so stark vertreten wie selten zuvor. TWO-Turnierdirektor Ralf Weber ist es gelungen, mit Ben Shelton, Taylor Fritz und Frances Tiafoe gleich drei Spieler nach Halle zu holen, die im vergangenen Jahr noch in Queen’s an den Start gegangen waren. „In Queen’s“, sagt Taylor Fritz, „waren die Bedingungen für mich immer etwas schwierig. Ich hatte nie das Gefühl, dort ein wirklich gutes Match gespielt zu haben oder mich vollkommen wohlzufühlen. Deshalb dachte ich mir, dass es Zeit für etwas Neues ist.“

Nun ist Fritz zurück in Ostwestfalen. Bei seinen bisherigen Auftritten 2016 und 2019 war jeweils in der ersten Runde Schluss. Inzwischen hat sich der Kalifornier jedoch zu einem der besten Rasenspieler der Welt entwickelt. Mit seinem etwas mühevollen 7:6 (7), 5:7, 6:4 gegen den Belgier Zizou Bergs baute er am Mittwoch seine beeindruckende Bilanz auf Gras auf 50 Siege aus 76 Spielen aus. „Es gibt viele Aspekte am Rasentennis, die mir liegen. Der wichtigste ist wahrscheinlich, dassmein Aufschlag auf diesem Belag besonders gut zur Geltung kommt“, sagt der 28- Jährige. Mit 40 Siegen ist Fritz sogar der Spieler mit den meisten gewonnenen Rasen-Spielen auf der ATP-Tour in diesem Jahrzehnt. Er gewann das Turnier in Stuttgart 2025 und in Eastbourne sogar viermal. Entsprechend motiviert ist er, auch in Halle weit zu kommen: „Ich finde das Stadion großartig. Es ist ein klassisches Rasentennisstadion.“

Auch Ben Shelton präsentiert sich in diesem Jahr in bestechender Form. Der Aufschlag des Linkshänders erinnert an den seines Landsmannes John McEnroe, der beim Service nahezu parallel zur Grundlinie stand, bevor er seinen Körper explosiv ins Feld drehte und den Gegner weit aus dem Platz drängte. Am vergangenen Wochenende bezwang Shelton Fritz im Finale von Stuttgart. Nach seinen Turniersiegen in Dallas und München könnte der 23-Jährige nun als erster Spieler seit Einführung der ATP-500-Kategorie im Jahr 2009 in einer Saison entsprechende Titel auf Hartplatz, Sand und Rasen gewinnen. Tennisgeschichte schrieb Shelton bereits 2023: Seit seinem Sieg in Tokio gehört er zu den vier Spielern in der Open Era, deren Väter auch schon Turniere gewonnen haben. Vater Bryan Shelton, einst die Nummer 55 der Weltrangliste, begleitet seinen Sohn als Trainer auf der Tour. In Halle könnte Shelton Junior nun seinem großen Idol Roger Federer nacheifern, der in Ostwestfalen zehnmal gewann. Nach seinem Premierensieg am Mittwoch sagte er: „Ich fühle mich enorm wohl in Deutschland – in München, Stuttgart und nun auch in Halle. Es ist ein wunderbares Turnier. Mich überrascht, dass so viele Menschen den Weg in diese kleine Stadt finden.“

Mit Ethan Quinn (ATP 66) und Frances Tiafoe (ATP 26) befinden sich außerdem noch zwei weitere Amerikaner im Wettbewerb. Auf die Frage, warum er sich in diesem Jahr für die TERRA WORTMANN OPEN entschieden habe, antwortete Tiafoe: „Ich bin gerade in einer Phase, in der ich neue Dinge ausprobiere, und hier war ich noch nie. Nachdem ich in Queen’s oft in der ersten Runde ausgeschieden bin, dachte ich mir: Warum nicht? Warum nicht einmal etwas Neues?“ Learner Tien (ATP 19) war der einzige Amerikaner, der sich bereits im Achtelfinale verabschieden musste. Der 20-Jährige lieferte dem an Nummer zwei gesetzten Kanadier Félix Auger-Aliassime (ATP 4) einen heißen Kampf, den er knapp mit 7:6(5), 5:7, 6:7(5) verlor. Sein riesiges Potenzial hat der Schützling von Trainer Michael Chang mit dem ersten ATP-Titel in Metz sowie dem Gewinn der Next Gen ATP-Finals jedoch schon längst unter Beweis gestellt. Mit den Auftritten der neuen amerikanischen Generation können die Turnierveranstalter insgesamt hochzufrieden sein. Und vielleicht schließt sich amSonntag ein Kreis, der vor mehr als drei Jahrzehnten mit Andre Agassi begann: Dann könnte erstmals ein Amerikaner den Siegerpokal von Halle in Empfang nehmen.

Quelle: TERRA WORTMANN OPEN 2026 · SPPOriginalmeldung ↗
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